 |
| |
Partnerschaft Basse-Goulaine - Theley
|
Übersicht zu Basse-Goulaine
Zum Thema Städtpartnerschaften
von Helmut Rauber
Die Anfänge der Städtepartnerschaften reichen in das Jahr 1948 zurück, als
sich auf Schweizer Initiative
französische und deutsche Bürgermeister trafen, um nach neuen Wegen der
Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene zu suchen, um ein neues demokratisches
Europa von unten aufzubauen, durch planmäßige und stete Zusammenarbeit von
Mensch zu Mensch, von Gemeinde zu Gemeinde. Man hatte erkannt, dass
zwischenstaatliche Freundschaften nur auf der Ebene der Politik keinen
Erfolg haben können, wenn nicht die Bevölkerung aktiv daran beteiligt ist.
Dies haben die beiden Weltkriege auf grausame Weise gezeigt.
Infolge dieser Initiative entwickelte sich bereits 1951
die erste Deutsch-Franz. Städtepartnerschaft zwischen Ludwigsburg und
Montbe'liard. Mittlerweile bestehen über 2 000 kommunale Partnerschaften
zwischen deutschen und franz. Gemeinden, eine beeindruckende Zahl, zumal
wenn man vergleicht, dass nur jeweils etwa 200 Partnerschaften mit anderen
europäischen Gemeinden existieren.
Wenn Sie nun mit gutem Recht fragen, warum 10 mal mehr Partnerschaften mit
Frankreich als mit anderen europäischen Ländern, so muss ich Ihnen die
endgültige Antwort leider schuldig bleiben.
Ich kann hier nur Vermutungen anstellen.
Regelmäßig entscheiden die Bewohner einer Gemeinde, mit welcher Stadt
welchen Landes eine Partnerschaft eingegangen werden soll.
Dass man sich
meist für eine franz. Gemeinde entschied, mag in den beiden Weltkriegen
begründet liegen, in denen sich unsere beiden Nationen aufs grausamste
bekämpften. Keiner dieser Kriege war von den Menschen gewollt, weder in
Frankreich noch in Deutschland; sie wurden entfacht von einigen wenigen,
die Macht in den Händen hielten.
Welche Beweggründe waren wohl ausschlaggebend, wenn es darum ging, mit wem
eine Partnerschaft eingegangen werden soll? Warum entschied man sich in
Frankreich für eine deutsche Gemeinde, warum in Deutschland für eine
französische Gemeinde?
Ich glaube, dass gegenseitige Sympathien zu diesen Entscheidungen geführt
haben, Sympathien, die wohl schon immer zwischen unseren beiden Völkern
bestanden hatten, jedoch von der Politik früherer Epochen nicht erkannt
wurden, nicht erkannt werden wollten, unterdrückt oder gar manipuliert
wurden.
Mit der Gründung der ersten Partnerschaften kam auch der Begriff
deutsch-franz. Freundschaft wieder ins Gespräch. Es mag Ihnen vielleicht
entgangen sein, dass man mittlerweile nur noch von der deutsch-franz.
Einheit spricht. Eine rasante Entwicklung, wie ich meine, wenn man bereits
50 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges die Einheit unserer beider Völker
anstrebt, denn die Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich ist
längst Realität.
Welche Rolle mögen hier wohl 2000 Städtepartnerschaften gespielt
haben?
Dass man soweit gekommen ist, kann nicht nur der Verdienst von herausragenden
Politikern wie Charles de Gaulles und Konrad Adenauer gewesen sein.
Nein, um dies zu erreichen, mussten auch die Menschen zusammengeführt
werden, deren Freundschaften untereinander die Basis, die Grundpfeiler der
angestrebten Freundschaft oder Einheit bilden.
Um jedoch zu einer solchen Einheit zu gelangen, einer Einheit, die ich
nicht nur in politischer Hinsicht verstehe, müssen Gegensätze abgebaut,
Vorbehalte ausgeräumt und Verständnis für den andern und das andere
aufgebracht werden.
Wo können diese Ziele besser verwirklicht werden als durch eine
Städtepartnerschaft?
Übersicht zu Basse-Goulaine
Zurück zur letzten Seite
|  |