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Ein Stück Heimat am Schaumberg Der "Hausberg" des Saarlandes, wie seine Freunde den Schaumberg nennen, überragt alles. Er bestimmt, welche Wassertropfen nach welcher Richtung fließen. Er drückt der Landschaft nach Osten, Süden und Westen bis weit ins Saarland und über die Grenzen hinaus den Stempel auf. Seit Jahrtausenden zog der Schaumberg Menschen an, mit der Möglichkeit zum "Schauen ins Land". Nicht anders ist es heute. Vom Turm aus gewährt er einen besonders guten Blick zum wirtschaftlichen Herzen unseres Landes mit Gruben und Hütten, mit Kraftwerken und Verkehrsadern. Ob seiner Geschichte, ob seiner Schönheit und auch ob seines Einflusses auf Gemüt und Gesundheit ist er beliebt. Mehr als 100000 Gäste besuchen ihn jährlich, manche monatlich, einige täglich. Die beiden Dörfer im Süden und Norden wollen ihn sogar mit ihren Häusern "erklettern", würden nicht Landesplanung und Naturschützer wehren. Der Berg ist selbst "Manns genug", sich zu wehren mit seinen Stürmen, den Gewittern, den Nebeln. Wer Theley wie ein "Luftbild" betrachten möchte, der kann dies trefflich vom Nordhang des Schaumbergs aus tun. Ein besonders reizvolles Erlebnis ist der Aufstieg, wenn bei Hochdruckwetter anfänglich Nebel und später Sonnenschein angesagt sind. Ob Aufstieg über die "Kipp", den "Raumel" oder die "Hohl", zunächst ist alles Mühe und "Milch".Dann aber weicht plötzlich der Nebel. Ein jugendlicher, heller Himmel steht über uns, und weißer Dunst mit grünen Tupfern kleiner Kuppen ist unter uns. Noch können wir nur ahnen, wo Theley liegt. Doch schnell wechselt die Szene. Der Nebel bildet Schwaden; wie Schärpen schlängeln diese sich in den weichen Geländemulden entlang der talwärts fließenden zahlreichen Quellwässerchen, verschwinden im Grün der Wälder, tauchen wieder auf und lassen sich schließlich in Feldern, Wiesen und Wäldern endgültig nieder. Ein taufrischer Frühlingstag mit strahlender Sonne gibt den Blick frei auf die ,,Heimat am Schaumberg" und auf Theley. Die Augen gewöhnen sich an die gleißende Helligkeit und nehmen nach dem Grün der Natur ganz plötzlich das überwiegende Rot der Dächer von Theley wahr.Zugegeben, es ist heikel, die eigene Heimat und ihre Landschaft zu loben und in unserer Zeit gar das hohe Lied der Natur zu singen. Denn wo gibt es noch die Idylle vom stillen Bach und vom romantischen Bergmannsbauernhaus? Theley liegt am Nordhang des Berges, dort wo der wärmere Südwestwind über dem Höhenrücken sich einer kälteren Luftmenge stellen muss; aus dem linden "Tholeyer Wind" wird mit der würzig-kühlen Theleyer Strömung ein wirkungsvolles Reizklima. Der Herzweg rund um den Berg zeigt auf der Nordseite den ganzen Charme der Theleyer Landschaft: Von links nach rechts, von der "Westabdachung" des Bergmassivs in Richtung Lachmühle und Leitzweiler über die Waldungen und Täler nach Norden bis hin zu den gepflegten Wiesen und Feldern des Bärhofes. Eine typische Landschaft des Übergangs von den Hügeln des Landes an der Saar zum Hunsrück-Nahe-Bergland. Aus der Ebene der Saarlouiser Aue wird sie zum Schaumberg immer welliger, um am Schaumberghang fast gebirgige Züge anzunehmen. Wälder, viele Wälder immer wieder, die im Norden mit dem Horizont verschmelzen. Die herbe Schönheit der Farben und der Linien ähnelt einem Schauspiel dramatischer Szenen voller feiner Nuancen, die wir fast vergessen haben.Es gibt Jahreszeiten, Tageszeiten und Lichtspiele besonderer Art, die man nur hoch am Berg und über die Landschaft blickend erleben kann: Die Dämmerung mit dem fallenden Licht, dem gleichzeitig aufsteigenden Abendrot, bis dann die Dunkelheit aufzieht und die Nacht mit dem funkelnden Sternenhimmel kommt. Das ist eines der Theleyer Erlebnisse des Sehens in der Landschaft. Sicher ist dies, wenn es ein Gegner so will, alles nur Schein. Aber, Hand aufs Herz! Sind das nicht arme Menschen, die unsere Landschaft nicht mehr sehen, unsere Natur nicht mehr spüren? Die Theleyer haben, angeregt durch die großen Erfolge in den Wettbewerben "Unser Dorf soll schöner werden" (1965) und "Bürger, es geht um Deine Gemeinde" (1981), sich zum Ziel gesetzt, diese Landschaft, die ja vor den Häusern schon da war, wieder ins Dorf, in die Mitte der Bürger hineinzuholen. Gegen Abholzungsabsichten des Hortwaldes wehrte man sich, schaffte aus Wald und Wiesen einen Park im Dorf, zu dem schon heute teilweise baumbegrenzte Straßen radial führen. In den Gärten ist Hochgrün entstanden. Aktionen der früheren Gemeinde Theley hierzu werden von den Bürgern bereitwillig aufgenommen und durch den Obst- und Gartenbauverein tatkräftig unterstützt. Erfreulich, dass nun eine ähnliche Aktion für das Gebiet der Gesamtgemeinde läuft.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors Toni Schäfer
Letzte Änderung: 24. November 2000
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