Die Theleyer Quellen
Die Beziehung zum Wasser ist in Theley besonders augenfällig. Das Wasser hat einem Bach und der Siedlung den Namen gegeben. Wasser war der Garant der Fruchtbarkeit und damit der ständigen Bewohnbarkeit. Gewiss ist dieTheel kein riesiges Wasser. Am Anfang fließt, aus vielen Quellen des nördlichen Abhangs am Schaumberg gespeist, ein Bächlein bergab, das unmittelbar nach dein 2. Weltkrieg innerhalb des Dorfbereiches versteckt wurde. Weshalb - wer weiß es? Vielleicht sollte es dem Schmutzwasser im Kanal helfen; vielleicht sollte es den Anwohnern nutzbaren Land- bzw. Gartengewinn bringen, vielleicht auch die Fliegen und sonstiges "Getier" von den Häusern fernhalten?Vielleicht aber, und dies ist wahrscheinlich, wird man diesen Teil der "Wassergeschichte" revidieren und das versteckte "Mischwasser" bald wieder entflechten. Gezeigt wird die Theel seit 1977 wieder im Dorf in den drei Weiherndes Brühlparkes. Menschen und Tiere freuen sich.Wo aber gibt es nicht überall Wasser, Wässerchen und Quellen? Die zahlreichen Kleinbauern von früher kannten sie alle, Ihr Wasser war Labsal bei der Arbeit in Wiesen und Feldern.
Wie die Geologie unserer Gemarkung erklärt, stehen hier insbesondere Schichten des Unterrotliegenden, die Lebacher und die Tholeyer Schichten an.Bei den Lebacher Schichten bilden den unteren Teil feinkörnige, glimmerführende, meist gelbbraune Sandsteine und Arkosen (Sandstein mit Feldspat). Darüber liegen dunkelgraue bis schwarze, glimmernde Tonsteine mit teilweise enthaltenem Toneisenstein - "Lebacher Eier" die früher einmal zur Herstellung von Roheisen abgebaut wurden. Der obere Teil dieser Lebacher Schichten wiederum wird durch gelbbraune, feine Sandsteine mit reichem Glimmer gebildet.
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Tholeyer Schichten sind eine Sedimentfolge (Ablagerung - Schichtgestein). Sie beginnen mit rötlichen Sandsteinen und Arkosen mit teilweise starker Geröllführung. Glimmer ist selten, die Feldspatanteile bisweilen stark. Die Überlagerung dieses Bereiches besteht aus Toneisen und Feinsandsteinen. Darüber wieder folgen rote grobkörnige Sandsteine und Arkosen. Das Eisen in den Tholeyer Schichten ist hier als feinstverteilter Hämatit ausgebildet. Die Lagen nennt Rötel.
Es gibt in unserem Raum wenig große Verwerfungen und Brüche; jedoch treten in der näheren Umgebung viele Störungen auf. Die Schichten fallen generell nach Norden bzw Nordosten.
Die Geländeoberfläche Theleys zeigt eine recht ansehnliche Zahl an Bächen und kleinen Wassern. Die Höhenlage der Gemarkung wird deutlich durch drei Entwässeningsrichtungen. Die Theel stellt im Westen den Hauptvorfluter. lmsbach und Mannelbach fließen nach Nordwesten in die Prims. Nach Osten entwässert der Hirzbach u. a. Bäche in die Blies.
Viele Teichanlagen und künstliche Aufstauungen gibt esinnerhalb dieser Fießrichtungen. Die Arten von Quellenauf Theleyer Flur erläutert Claus Eifler sinngemäß wiefolgt. Zwei Quelltypen sind vorherrschend:
- die Schicht- oder Überlaufquellen und
- die Kluft- und Verwerfungs- oder Stauquellen.
Erstere (Schichtquellen) sind Wasseraustritte, die auf undurchlässigen Schichten wie Ton und Lehm als absteigendes Grundwasser fließen, bis ihnen der Austritt z.B. bei Schuttfächern möglich wird.Bei den Verwerfungsquellen endet die wasserführende Schicht an Verwerfungen, wo es zu Wasserstauungen kommt. Das dort aufsteigende Grundwasser kommt erst nach Überwindung der Verwerfungsfläche an die Erdoberfläche.
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Nun zu den Quellen im einzelnen. Wer wusste schon, daß es in Theley nach dem neuen Quellenkataster 56 registrierte Wasseraustritte gibt? Die Beobachtungen gehen weiter. So sind z.B. Quellen innerhalb der Ortslage, wie die in Hortwald, die ihr Wasser dem mittleren Weiher des Brühlparks zuführt, nicht erfasst.
Herr Eifler hat die Wasseranstritte in sieben Quellbereiche aufgeteilt.Im Urzeigensinn (beginnend im Süden) stellen sich diese Gebiete wie folgt dar:
- Hasenberg: 14 Wasseraustritte sind in diesent Gebiet erfasst. Sie liegen zwischen 322 m und 380 m. Vier davon sind Schicht- die restlichen Verwerfungsquellen. Alle entwässern in die Theel, wobei drei Quellen den Umweg über den Hostenbach wählen und dann erst bei Bergweiler einmünden.
- Dewesheck: Sechs Quellen sind nachgewiesen. Überwiegend handelt es sich um Verwerfungsquellen aus Tholeyer Schichten, die nach Süden in die Theel entwässern. Die tiefste liegt bei 312 m, die höchste bei 367 m.
- Bitschberg: Sechs Quellen sind es auch hier, die tiefste bei 365 m, die höchste bei 430 m. Das Gebiet liegt in den Sedimenten der Tholeyer Schichten. Drei Quellen entwässern nach Nordosten in den Imsbach in Richtung Prims, die übrigen drei fließen nach Süden in die Theel.
- lmsbach/Kreuzwald: Fünf Wasseraustritte zeigt das Gebiet im Norden von Theley. Vier treten als Schichtquellen zu Tage. Der niedrigste Austritt ist bei Höhe 350 m, der höchste bei 420 m. Ihre Wasser fließen in den Imsbach und damit Richtung Prims.
- Johann-Adams-Mühle: Sieben Quellen zählte man hier; die Wasser führen über den lmsbach in die Prims. Bei 360 m liegt die tiefste, die höchste bei 395 m. In diesem Gebiet liegen stark eisenhaltige Tone und Schiefertone, die früher abgebaut und als Röte verkauft wurden.
- Hellenbüchel: ein Gebiet mit 14 Quellen, die sich in den Tholeyer Schichten befinden. Darüber liegen die Lebacher Schichten. Die Entwässerung dieser Schichtquellen (bei einer Verwerfungsquelle) geschieht zunächst nach Osten, dann in Richtung Blies.
- Bärhof; Vier als Verwerfungsquellen zu Tage tretende Wasser, die den Tholeyer Schichten entspringen. Sie liegen zwischen den Höhen 370 und 420 rn und bilden den Hirzbach, der nach Osten in die Blies entwässert.
Viele dieser Quellen sind jahreszeitlich bedingten Schwankungen unterlegen, teilweise versiegen sie im Sommer vollständig.Immerhin konnte festgestellt werden, dass den 31 periodisch fließenden Quellen 25 gegenüberstehen, die das ganze Jahr über Wasser bringen. Sie werden weniger durch Regenwasser beeinflusst.Der Quellbereich der Theel am Nordhang des Schaumberges bringt das meiste Wasser in Richtung Theley. Die reichen Wasseraustritte im "Nasseckelchen"hatte man schon früh gefasst und der zentralen Wasserversorgung des Dorfes zugeführt.
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Aus: Theley - Heimat am Schaumberg von Toni Schäfer, S. 44f. Theley.net dankt dem Autorfür die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung...
Letzte Änderung: 31. Mai 2001
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