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Bauliche Entwicklung - Ortskern
Der "Ortskern"Der alte Ortskern von Theley, vielleicht kann man von zwei oder drei "Kernen" reden, entstand wie selbstverständlich dort, wo sich der Lebensgrundlage die besten Voraussetzungen boten: Wo Wasser, Acker, Wiese, Weide und Wald waren; wo das "Haus" (gemeint auch die Lehmbütte) relativen Schutz hatte vor Ostwind und Weststürmen, wo günstiger Sonneneinfall, besonders im Winter, den "Heizungsaufwand" minderte, wo aber auch Wege es möglich machten, Anschluss an Wirtschafts- und Glaubenszentren zu halten, ohne dass gerade eine der Heerstraßen zu dicht an der "Siedlung" vorbeiführten. Man hatte Angst vor den Horden der Kriegsheere und den Seuchen, die in deren Gefolge immer auftraten.Die Mehrzahl der Einwohner von Theley ist der Auffassung, der älteste Teil des Dorfes sei die Häusergruppe im "untersten Ecken". Tatsächlich fällt auf, dass alle eingangs erwähnten positiven Eigenschaften zum Verbleib dort gegeben sind, ja, dass sogar die Gefahr einer Überschwemmung bei Sturzregen so gut wie gebannt ist durch die Lage auf einem Hügel, daher "der Hiwwelecke". Auf der Katasterkarte macht sich die Bebauung dort wie ein ursprünglich kleines Haufendorf aus; obwohl viele geändert, abgerissen und einiges neu gebaut wurde, fühlt man sich beim Gang durch den "Hiwwelecke" der Vergangenheit näher als sonstwo in Theley. Als eine zweite alte und heute noch vorhandene kompakte Bebauung, vielleicht als zweiter "Dorfkern", tat sich der "Backesecke" auf. Wenngleich die Lage am leichten Nordhang nicht ganz so ideal ist, lässt die Lage der Häuser und der Zuwegungen auf eine der ersten Siedlungspunkte des Dorfes schließen. Vielleicht machten die Bedürfnisse der Inanspruchnahme größerer Flächen für den Betrieb eines "Hofes" oder mehrerer gar eine "Aussiedlung" aus dem "Hiwwelecke" notwendig.  Der Ortskern im Jahr 1998Auch für den "dritten Kern" (= um die heutige Kirche und das Gebiet "auf der Fels"), katasteramtlich "im Dorf", lagen gute Voraussetzungen einer frühen Haufensiedlung im Sinne der "Ansammlung" mehrerer Wohnstätten vor.Vergleicht man alte Kartenaufzeichnungen (z.B. von 1778 - Theley einst und jetzt - S.153, von 1803 - Tranchot und v. Müffing, von 1845-von Brandenburg), so sind die Grenzen zwischen dem "zweiten" und "dritten Kern" bis einschließlich "Naunert" fließend, während dererste Dorfkern, der "Hiwwelecke", zu dieser Zeit immer noch eine eigenständige Siedlung darstellte. Dann wuchsen zunächst fast wie in einem Quadrat die alten Häuserbestände zusammen. Die weitere Besiedlung orientierte sich insbesondere an der heutigen Leitzweiler Straße, an der heutigen Talstraße und an der heutigen Primstalstraße. Da viele der eingangs erwähnten schützenden Voraussetzungen im Laufe der Jahrhunderte weggefallen waren, baute man, wo man Grundstücke an erschlossenen, d.h. befestigten Wegen hatte. Fehlte das Wasser, grub man einen Pütz. Um 1840, als der Bärhof gebaut wurde, war außer Leitzweiler (Imsbach gehörte nicht mehr zu Theley) und der Hans-Ams-Mühle auch die etwa 1825 entstandene "Ziegelhütte" eine Splittersiedlung. Aus dem noch ziemlich kompakten "Haufendorf" entwickelten sich aus den erwähnten Gründen "Straßensiedlungen"; besondere Anziehungskraft zur Bautätigkeit übte zunächst die Tholeyer Straße aus, wie man einer Karte von 1845 entnehmen kann. Zur weiteren Beurteilung der baulichen Entwicklung des Dorfes Theley ist es sinnvoll, zunächst die Entwicklung der Zahl der Einwohner und der Häuser aufzuführen. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Betrachtung der Hausformen und der überkommenen alten Hausnamen. Zurück zum Seitenanfang Aus: Theley - Heimat am Schaumberg von Toni Schäfer, S. 307. Theley.net dankt dem Autorfür die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. Letzte Änderung: 22. Februar 2001
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