In die Freiheit entlassen
78 Schüler der Erweiterten Realschule Theley haben in diesem Jahr die Schule abgeschlossen - Feierliche Zeugnisübergabevon Volker Peter
Zum feierlichen Schulabschluss mit Zeugnissübergabe hatten sich Eltern, Lehrer und 78 Entlass-Schüler der Erweiterten Realschule Theley in der Aula der Realschule zusammengefunden. Dazu hatten die Schüler ihre Aula festlich geschmückt, das Motto Freiheit zog sich durch die Dekoration. Zwei Vögel, die ihre Kette, die sie am Boden hielt zerrissen und wegflogen und eine übergroße Taube waren als Bühnenbild aufgemalt.
Die Feier begann mit einem Schulgottesdienst, zelebriert von Pastor Franz Peter Rech. Ein von Schülern ausgewählter Text bezog sich auf die Freiheit eines modernen Judas, tun und lassen zu können was man möchte, die Augen verschließen zu können – Verrat zu begehen. Auch Rech bezog sich in seiner Predigt auf das Thema Freiheit. „Freiheit ist nicht grenzenlos, so frei wie ich mir das vorstelle geht es nicht!“ „Ihr habt in der Schulzeit Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit erfahren, von anderen und von Euch selber. In jedem steckt das Gute und das Böse.“ Mit dem Segen Gottes und dem Wunsch, dass Jesus Christus auf dem Weg durchs Leben bei den Schülern sein möge schloss Rech die heilige Messe.
Auch Schulleiter Fritz Gebel schlug in seiner Ansprache an Schüler und Eltern nachdenkliche, nachdenkenswerte Töne an. Er erinnerte seine Schüler wieder daran, dass Freiheit auch Verantwortung bedeute. „Schon in der ersten Sozialkundestunde über das Thema Freiheit lernt jeder Schüler, dass die Freiheit des Einzelnen dort ihre Grenze hat, wo sie die Rechte anderer Menschen berührt.“ So gehöre zum richtigen Umgang mit Freiheit auch die Kreativität, die Freiräume richtig auszunutzen. Er habe seinen Schülern in der letzten Woche gerne die Freiheit gegeben, tun und lassen zu können, was sie wollen. So habe sich dieser Freiraum unterschiedlich ausgewirkt, einige haben sachlich und mit viel Begeisterung die Abschlussfeier vorbereitet, anderen sei das Feiern wichtiger gewesen.
So betrachtete der Pädagoge auch die verschiedenen Formen der Freiheit sehr kritisch. „Der richtige Umgang mit Freiheit ist uns nicht angeboren, er muss vermittelt werden und will eingeübt sein. Sowohl Schule als auch Elternhaus sind hier gefordert.“ Ganz kritisch geht der Schulleiter dann auch auf die Freiheit in Forschung und Wissenschaft ein – aktuell am Bespiel der Genforschung. „Es bleibt zu hoffen, dass sich die neu gewonnene Freiheit im verantwortlichen Tun aller als segen für die Menschheit erweisen wird. Die Schulelternsprecherin Stefanie Scherer blickte auf die schulische Laufbahn ihres Sohnes der im diesjährigen Abschlussjahrgang mit dabei war. „Unsere Kinder haben hier viele praktische und theoretische Erfahrungen gemacht, vom Internetsurfen bis zu den ,tollen’ Näharbeiten, die mein Sohn immer noch beherrscht“, lobt sie die Schule. Und in einer sehr persönlichen Ansprache gab es dann auch noch eine Vorschau auf die Freiheit und mögliche Sorgenfalten, welche sich die noch jungen Schüler einhandeln werden, sollten ihre Kinder selber mal zur Schule gehen.
Dann gab es die ersehnten Zeugnisse für die Schüler. Es wurden 37 Zeugnisse der mittleren Reife und 41 Abschlusszeugnisse der Hauptschule überreicht. Schüler, die sich durch besondere Leistungen und Kenntnisse hervorgetan hatten wurde von der Schule und vom Schulförderverein geehrt. Mit Blumen und kleinen Geschenken bedankten sich dann auch die Schüler bei ihren Fach- und Klassenlehrern, beim Hausmeister und beim Schulleiter samt Sekretariat für die vergangene Zeit.
Mitgestaltet wurde die Schulabschlussfeier von der Schulband unter der Leitung von Alois Esch, Selin Junker am Klavier und den beiden Gedichtrezitatorinnen Anna Hanstein und Jasmin Schmidt. Am Schluss wurde auf Westernhagens Hymne „Freiheit“ das Abschiedslied von allen Abgängern begleitet von der Schulband interpretiert.
Ehrungen:
Erstmals in d
er Geschichte der Realschule Theley Ehrungen für besondere Leistungen in bestimmten Fachbereichen:
Vier Schüler wurden auf Vorschlag der Schule vom Schulförderverein „EULE – Eltern unterstützen Lehre und Erziehung.“ in den Fachbereichen Informatik, Mathematik-Naturwissenschaften, Sprachen und Arbeitslehre ausgezeichnet. Heribert Gilla, 2. Vorsitzender des Fördervereins und Regina Backes vom Vorstand des Fördervereins nahmen die Preisvergabe vor. Michael Pfeffer aus der Klasse 10 a wurde für seine besonderen Kenntnisse im Fach Informatik ausgezeichnet. „Michael konnte Computer nicht nur bedienen, er war dabei, als es darum ging, unsere Systeme aufzurüsten, hat alte Computer zerlegt, neue Teile eingebaut.“, lobt Gilla seinen Schüler.
Nikolai Lauk aus der Klasse 10a erhielt den Preis für besondere Leistungen im Bereich Mathematik-Naturwissenschaften und Melanie Bard 10 a bekam den Ehrenpreis für ihre Leistungen in Sprachen, besonders im Fach Französisch. Im Bereich Arbeitslehre, das sind Metallbearbeitung, Holzbearbeitung und Technisches Zeichnen bekam Lilia Honstein aus der Klasse 9d den Ehrenpreis.
Die Klassenbesten wurden von ihren Klassenlehrern und Schulleiter Fritz Gebel geehrt. Die Klassenbesten waren: In der Klasse 10 a, unter der Leitung von Ursula Caspar, Melanie Bard mit einem Notenschnitt von 1,3. Unter der Leitung von Hans Josef Berwanger war Julia Brill in der Klasse 10 b die Beste mit einer Durchschnittsnote von 1,7. Sarah Klesen hat mit einer Note von 1,9 die Klasse 9d unter Helga Bernhard abgeschlossen. Für die zweite Hauptschulklasse 9c wurde der Klassenbeste, Frank Paul, Schnitt 1,9, posthum ausgezeichnet. Der Schüler hatte vor wenigen Tagen bei einem Verkehrsunfall das Leben verloren. Klassenleiter Gerhard Weiand ehrte den verstorbenen Schüler mit einer Gedenkminute.
Für Schüler die sich besonders im Schul- und Klassenbetrieb eingebracht hatten gab es Preise. So zeichnete Helga Bernhard Jan Olbrich, den Klassensprecher der 9d, Britta Sinnewe für die führung der Klassenkasse aus. Gerhard Weiand überreichte Christian Klesen, dem Klassensprecher der 9c und Anne Kirch, der Klassenbuchführerin ein kleines Geschenk. Von der Klassenleiterin der 10a, Ursula Casper wurde Klassensprecher Christian Scherer geehrt und Hans Josef Berwanger zeichnete von seiner Klasse 10b Klassensprecher Christian Kremp und Klassenbuchführerin Madeleine Müller aus.
Letzte Änderung: 31. Mai 2002
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